Die Geschichte der Tuba


Mit der Erfindung der ersten brauchbaren Ventile durch den Berliner Hornisten Stölzel im Jahr 1815 und den damit ausgestatteten neuen Trompeten und Hörnern waren die vorhandenen Bassinstrumente wie das Serpent, Basshorn, Ophicleide höchst unvollkommene Instrumente.

Serpent

In der Basslage wurde in den damaligen Militärorchestern, wie auch in den zu romantischen Großdimensionen anwachsenden Sinfonieorchestern ein eklatanter Mangel deutlich. Den zahlen- und lautstärkemäßig überlegenen Sopraninstrumenten fehlte das Gegengewicht im tiefen Register.

F-Tuba (Moritz)

1835 stellten der Berliner Instrumentenmacher Moritz auf Anregung und unter Mitarbeit des königlich preußischen Gardemusikdirektors Wieprecht einen brauchbaren, mit neuen Pumventilen versehenen Blechbaß vor - die Basstuba in F. Andere Instrumentenmacher begannen nun ebenfalls Tuben zu produzieren. Wieprechts Instrument war zunächst mit anscheinend ungenügenden Pumpventilen versehen, so dass sich die deutschen und östlichen Instrumentenmacher bald für die 1832 von Riedl in Wien erfundenen Drehventile entschieden.

Ophikleide

1845 baute der Instrumentenmacher Cerveny nach dem Vorbild Wieprechts die ersten Kontrabasstuben in C und Bb. Zur selben Zeit entwickelte in Paris Adolphe Sax (später bekannt durch sein Saxophon) mit den nach Ihm benannten Saxhörnern eine ganze Familie von Ventilinstrumenten. Mit einem "saxhorn bourdon" in Eb unterschritt er schließlich 1851 die Kontrabasslage.

F-Tuba 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Anfangs kopierte Sax die "Berliner Pumpen" und entschloss sich später die 1839 von Perinet konstruierten Ventile zu verwenden. Von den angelsächsischen Instrumentenmachern wurde diese Bauweise übernommen und hat sich dort bis heute bewahrt.

Im Wesentlichen gibt es vier Stimmungen: die in F oder Eb für die Basstuba und die in C und Bb für die Kontrabasstuba.

Die Bb-Tuba als tiefster Vertreter der Familie ist auch das klangprächtigste Instrument. Die Tenortuba (Tenorhorn) und das Bariton (Euphonium) finden ihren festen Platz im Blasorchester. Ausnahmsweise findet das Euphonium auch im Sinfonieorchester, wie in Werken von Strauß oder Strawinsky, Verwendung.